Pflege – kurz und leicht erklärt

Verständliches Wissen rund um Pflege, Krankheit und Alter

Schrift

Notfallmappe

Wenn der Rettungsdienst kommt, hat er drei Minuten und keine Vorgeschichte. Diese drei Seiten beantworten alles, was dann zählt – und helfen genauso bei Krankenhausaufnahme, Kurzzeitpflege und Vertretung.

🖨️ Ausfüllen, ausdrucken und gut sichtbar aufbewahren – Kühlschrank oder Wohnungstür.

Notfallmappe

Bitte im Notfall beachten · pflege-kurz-und-leicht.de

Wofür das gut ist

Wenn der Rettungsdienst kommt, hat er drei Minuten und keine Vorgeschichte. Die ersten zwei Seiten beantworten alles, was in dieser Situation zählt. Zusammen mit dem dritten Blatt helfen sie genauso bei einer Krankenhausaufnahme, in der Kurzzeitpflege oder wenn eine Vertretung einspringt.

Zur Person

Name, Vorname
Geburtsdatum
Anschrift
Telefon
Krankenkasse und Versichertennummer
Pflegegrad

Im Notfall benachrichtigen

1. Name und Verhältnis
Telefon (auch nachts)
2. Name und Verhältnis
Telefon
Hausarzt
Telefon
Pflegedienst
Telefon

Wichtige Diagnosen

Zutreffendes ankreuzen:

Herzschrittmacher   Blutverdünner   Diabetes   Demenz   Epilepsie   Schluckstörung   Sauerstoff   Dialyse   Sturzgefahr   Weglaufgefährdung

Allergien und Unverträglichkeiten
Hilfsmittel (Brille, Hörgerät, Prothese, Rollator …)

Medikamente

Ausführlich im Medikamentenplan – hier nur das Wichtigste.

Vorsorgedokumente

Vorsorgevollmacht vorhanden    Patientenverfügung vorhanden    Betreuung eingerichtet

Bevollmächtigt ist
Telefon
Die Unterlagen liegen

Nicht im Bankschließfach aufbewahren – im Notfall kommt niemand daran. Mehr unter „Rechtliche Vorsorge“.

Das sollten Sie über mich wissen

Für Krankenhaus, Kurzzeitpflege und Vertretung – diese Angaben verhindern Missverständnisse und beugen Verwirrtheit vor.

So möchte ich angesprochen werden
Sprache
Ich höre / sehe schlecht – bitte beachten
Wann ich aufstehe und wann ich zu Bett gehe
Was ich gern esse und trinke – und was gar nicht
Wobei ich Hilfe brauche
Was mich beruhigt, wenn ich unruhig oder ängstlich bin
Was mir wichtig ist (Gewohnheiten, Rituale, Musik, Glaube)
Womit ich mich beschäftige
Beruf und wichtige Lebensstationen

Was der Rettungsdienst zuerst wissen will

Wer schon einmal dabei war, kennt die Situation: Der Notarzt steht im Schlafzimmer, die Tochter ist aufgeregt, und auf die Frage nach den Medikamenten kommt „irgendwas fürs Herz und eine Wassertablette“. In dieser Lage entscheidet sich, wie gut die ersten Minuten laufen.

Diese Angaben werden praktisch immer abgefragt:

Genau diese Punkte deckt die Vorlage auf dieser Seite ab. Ausgefüllt dauert das einmal eine halbe Stunde – und spart im Ernstfall die Viertelstunde, die man nicht hat.

Die drei Dokumente, die im Ernstfall fehlen

Ergänzend sinnvoll: Allergiepass, Blutverdünner-, Schrittmacher- und Diabetikerausweis, der Bescheid über den Pflegegrad und eine kurze Liste der behandelnden Ärzte.

Wo die Mappe hingehört – und wie sie aktuell bleibt

Warum das dritte Blatt bei Demenz so wichtig ist

Der Teil „Das sollten Sie über mich wissen“ wirkt auf den ersten Blick wie eine nette Zugabe. Tatsächlich ist er für Menschen mit Demenz oft wertvoller als jeder Befund.

Ein Krankenhausaufenthalt ist für sie eine massive Störung: fremde Umgebung, fremde Gesichter, keine Routine, gestörter Schlaf, oft Schmerzen und zu wenig Trinken. Das ist die klassische Konstellation für ein Delir – eine akute Verwirrtheit, die die Liegedauer verlängert, das Sturzrisiko erhöht und aus der viele nicht vollständig zurückkommen.

Was hilft, ist banal und wirkt trotzdem: Wenn das Personal weiß, dass jemand Herr Schneider genannt werden möchte, sein Leben lang Bäcker war, nachts Licht braucht, keine Milch mag und sich durch das Radio beruhigen lässt, dann sind das die Kleinigkeiten, die Panik verhindern. Dazu kommen die praktischen Angaben: Brille, Hörgerät, Zahnprothese. Wer nichts sieht und nichts hört, wird schneller verwirrt – und bekommt im Krankenhaus die Hilfsmittel oft nur, wenn jemand ausdrücklich darauf hinweist.

Deshalb: Dieses Blatt beim Aufnahmegespräch übergeben und darum bitten, dass es in die Akte kommt oder am Bett hängt. Weitere Punkte für den Fall der Fälle stehen in der Krankenhaus-Checkliste.

Passend dazu

Medikamentenplan · Krankenhaus-Checkliste · Rechtliche Vorsorge · Delir

Quellen

Neben meiner Erfahrung aus über 20 Jahren Altenpflege beruht diese Seite auf den folgenden Fachquellen. Die Links führen zum jeweiligen Original.

  1. § 31a SGB V – bundeseinheitlicher Medikationsplan
  2. § 1358 BGB – Vertretung von Ehegatten in Angelegenheiten der Gesundheitssorge
  3. Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung – Formulare und Erläuterungen – Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz
  4. Zentrales Vorsorgeregister – Bundesnotarkammer

Tobias Hoffmann – examinierter Pfleger, seit über 20 Jahren in der Altenpflege, Praxisanleiter und Qualitätsbeauftragter. Mehr über mich und woher die Inhalte kommen

Stand: Oktober 2026. Diese Vorlage darf frei ausgedruckt und privat weitergegeben werden.