Glossar A–Z
Von ABEDL bis Zystitis: die Begriffe, die einem in Bescheiden, Arztbriefen und Pflegedokumentationen begegnen – jeweils in ein bis zwei Sätzen erklärt und mit den passenden Seiten verknüpft.
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A nach oben ↑
- ABEDL
- Aktivitäten, Beziehungen und existenzielle Erfahrungen des Lebens – ein Ordnungssystem für die Pflegeplanung nach Monika Krohwinkel mit dreizehn Bereichen. Siehe Pflegeplanung.
- Aktivierende Pflege
- Grundhaltung, bei der nichts abgenommen wird, was der Mensch selbst tun kann – auch wenn es länger dauert. Erhält Fähigkeiten und Selbstwertgefühl.
- Betreuungsangebot für Gesellschaft, Beschäftigung und Begleitung. Abrechenbar über den Entlastungsbetrag, wenn der Anbieter anerkannt ist.
- Ambulante Pflege
- Pflege in der eigenen Wohnung durch einen Pflegedienst. Siehe Ambulante Pflege.
- Angehörigen-Entlastungsgesetz
- Gesetz, das seit 1. Januar 2020 Kinder von Sozialhilfe-Empfängern und Eltern volljähriger Sozialhilfe-Empfänger schützt: Das Sozialamt greift für Unterhalt erst ab einem Jahreseinkommen von über 100.000 € auf sie zurück (§ 94 Abs. 1a SGB XII). Siehe Elternunterhalt.
- Anschlussheilbehandlung (AHB)
- Rehabilitation, die sich unmittelbar an einen Krankenhausaufenthalt anschließt. Beantragt wird sie vom Sozialdienst der Klinik. Siehe Geriatrische Reha.
- Anticholinerge Wirkung
- Nebenwirkungsprofil vieler Medikamente: Mundtrockenheit, Verstopfung, Harnverhalt, Sehstörungen und Verwirrtheit. Im Alter besonders problematisch. Siehe Medikamente im Alter.
- Apoplex
- Fachbegriff für den Schlaganfall.
- Aspiration
- Eindringen von Nahrung, Flüssigkeit oder Speichel in die Luftwege. Kann eine Lungenentzündung auslösen und ist ein häufiges Risiko bei Schluckstörungen.
- Assessment
- Strukturierte Einschätzung eines Risikos oder Zustands mit einem erprobten Instrument – etwa zur Sturz- oder Dekubitusgefahr.
B nach oben ↑
- Barrierefreiheit
- Bauliche Gestaltung ohne Hindernisse: keine Schwellen, breite Türen, bodengleiche Dusche, Haltegriffe. Siehe Wohnung anpassen.
- Behandlungspflege
- Ärztlich verordnete Maßnahmen wie Medikamentengabe, Injektionen, Verbandwechsel oder Kompressionsstrümpfe. Zahlt die Krankenkasse – auch ohne Pflegegrad.
- Beratungseinsatz
- Pflichtberatung nach § 37 Abs. 3 SGB XI für alle, die ausschließlich Pflegegeld beziehen: seit 2026 halbjährlich bei den Pflegegraden 2 bis 5; bei 4 und 5 auf Wunsch vierteljährlich.
- Berichteblatt
- Teil der Pflegedokumentation im Strukturmodell. Dort werden nur noch Abweichungen vom Maßnahmenplan festgehalten. Siehe SIS & Dokumentation.
- BESD
- Instrument zur Beurteilung von Schmerzen bei Demenz – bewertet Atmung, Lautäußerung, Mimik, Körpersprache und Reaktion auf Trost. Siehe Schmerz im Alter.
- Betreutes Wohnen
- Barrierefreie Mietwohnung mit Grundservice. Keine Pflegeeinrichtung – Pflege muss zusätzlich eingekauft werden. Siehe Wohnformen im Alter.
- Betreuungsverfügung
- Bestimmt vorab, wer im Fall einer gerichtlichen Betreuung zum Betreuer bestellt werden soll – und wer nicht. Siehe Rechtliche Vorsorge.
- Bezugspflege
- Organisationsform, bei der eine feste Pflegekraft für dieselben Bewohner zuständig ist. Schafft Vertrauen und Kontinuität.
- Biografiearbeit
- Systematisches Nutzen der Lebensgeschichte in der Pflege – besonders wirksam bei Demenz.
- Braden-Skala
- Verbreitetes Instrument zur Einschätzung des Dekubitusrisikos.
C nach oben ↑
- Case Management
- Koordination aller Beteiligten in komplexen Versorgungssituationen durch eine zuständige Person.
D nach oben ↑
- Dekubitus
- Druckgeschwür durch anhaltenden Druck auf Gewebe über einem Knochenvorsprung. Siehe Dekubitus & chronische Wunden.
- Delir
- Akute Verwirrtheit, die sich innerhalb von Stunden bis Tagen entwickelt. Ein Notfall und meist behandelbar. Siehe Delir.
- Demenz
- Oberbegriff für über fünfzig Erkrankungen, bei denen geistige Fähigkeiten dauerhaft nachlassen. Siehe Demenz.
- DiPA
- Digitale Pflegeanwendung – pflegeunterstützende App. Den Anspruch gibt es seit 2021; seit 2026 zahlt die Pflegekasse bis zu 40 € im Monat für die App und zusätzlich bis zu 30 € für die Unterstützung durch einen Pflegedienst. Siehe Hilfsmittel.
- DNQP
- Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege – entwickelt die Expertenstandards.
- Doppelfunktionale Hilfsmittel
- Hilfsmittel, die zugleich medizinisch nötig sind und die Pflege erleichtern. Kranken- und Pflegekasse teilen sich die Kosten.
- Dysphagie
- Schluckstörung. Häufig nach Schlaganfall, bei Parkinson und Demenz.
E nach oben ↑
- Eigenanteil (EEE)
- Der einrichtungseinheitliche Eigenanteil ist der pflegebedingte Betrag, den Heimbewohner selbst zahlen – innerhalb eines Hauses für die Pflegegrade 2 bis 5 gleich hoch.
- Elternunterhalt
- Unterhalt, den erwachsene Kinder ihren bedürftigen Eltern schulden (§§ 1601 ff. BGB). Zahlt das Sozialamt die Pflege, darf es Kinder seit 2020 erst ab einem Jahreseinkommen von über 100.000 € heranziehen. Siehe Pflegekosten & Elternunterhalt.
- Entlassmanagement
- Rechtsanspruch nach § 39 Abs. 1a SGB V: Das Krankenhaus muss die Versorgung nach der Entlassung organisieren. Siehe Krankenhaus & Entlassung.
- Entlastungsbetrag
- 131 € monatlich für Betreuungs- und Entlastungsangebote, ab Pflegegrad 1. Zweckgebunden und ansparbar bis zum 30. Juni des Folgejahres. Nach dem Gesetzentwurf zur Pflegereform soll er ab 2027 durch das Sozialraumbudget ersetzt werden und bei Pflegegrad 1 entfallen.
- Entlastungsbudget (geplant)
- Nach dem Gesetzentwurf zur Pflegereform der Umfang des Pflegegeldes ab 2027: 380, 630, 890 und 1.080 € monatlich in den Pflegegraden 2 bis 5. Noch nicht beschlossen. Siehe Pflegereform.
- Exazerbation
- Akute Verschlechterung einer chronischen Erkrankung, vor allem bei COPD.
- Expertenstandard
- Vom DNQP entwickelte Vorgabe für gute Pflege in einem bestimmten Bereich. Kein Gesetz, aber der anerkannte fachliche Stand, an dem sich Einrichtungen und Qualitätsprüfungen ausrichten. Siehe Expertenstandards.
- Exsikkose
- Flüssigkeitsmangel. Zeigt sich im Alter oft zuerst als Verwirrtheit. Siehe Mangelernährung & Flüssigkeitsmangel.
F nach oben ↑
- FAST-Test
- Schnelltest bei Schlaganfallverdacht: Face, Arms, Speech, Time. Siehe Schlaganfall.
- FEM
- Freiheitsentziehende Maßnahme – etwa Bettgitter, Gurt oder abgeschlossene Tür. Genehmigungspflichtig. Siehe Fixierungsfreie Pflege.
- Fingerfood
- Speisen, die ohne Besteck gegessen werden können. Ermöglicht bei Demenz oft noch jahrelang selbstständiges Essen.
- Fingertest
- Prüfung, ob eine Hautrötung wegdrückbar ist. Bleibt sie bestehen, liegt bereits ein Dekubitus Kategorie 1 vor.
- FORTA
- Klassifikation von Arzneimitteln nach ihrer Eignung für ältere Menschen.
G nach oben ↑
- Gedächtnissprechstunde
- Spezialambulanz zur Abklärung von Gedächtnisstörungen, meist an Kliniken. Auch Memory-Klinik genannt.
- Generalistik
- Seit 2020 gemeinsame Ausbildung zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann für alle Bereiche. Siehe Ausbildung & Beruf.
- Geriatrie
- Medizin des höheren Lebensalters – behandelt nicht einzelne Organe, sondern die Alltagsfähigkeit bei mehreren Erkrankungen gleichzeitig.
- Gerontopsychiatrie
- Psychiatrie für ältere Menschen, etwa bei Demenz und Altersdepression.
- Grad der Behinderung (GdB)
- Maß für die Auswirkungen einer Behinderung, von 20 bis 100. Ab 50 gilt man als schwerbehindert. Siehe Schwerbehindertenausweis.
- Grundpflege
- Körperbezogene Pflege wie Waschen, Ankleiden, Essen reichen und Mobilisation. Zahlt die Pflegekasse ab Pflegegrad 2.
H nach oben ↑
- Hausnotruf
- Notrufsystem mit Sender am Handgelenk oder als Kette. Wird ab Pflegegrad 1 bezuschusst.
- Heimaufsicht
- Nach Landesrecht zuständige Aufsichtsbehörde für Pflegeeinrichtungen – oft beim Kreis oder bei der Stadt angesiedelt (in NRW: WTG-Behörde). Ansprechpartner bei schweren Mängeln.
- Hilfe zur Pflege
- Leistung des Sozialamts nach SGB XII, wenn Einkommen und Vermögen für die Pflege nicht reichen. Siehe Pflegekosten.
- Hypoglykämie
- Unterzuckerung. Im Alter oft ohne Zittern und Schwitzen, dafür mit Verwirrtheit oder Sturz. Siehe Typ-2-Diabetes.
- Häusliche Krankenpflege
- Ärztlich verordnete Pflege zu Hause nach § 37 SGB V – Behandlungspflege und in bestimmten Fällen auch Grundpflege. Ohne Pflegegrad möglich.
- Hüftprotektor
- Spezielle Unterhose mit seitlichen Schalen, die Oberschenkelhalsbrüche verhindern kann – wirkt nur, wenn sie getragen wird.
I nach oben ↑
- Immer-so-Beweis
- Grundsatz im Strukturmodell, manchmal auch „Immanenzprinzip“ genannt: Was im Maßnahmenplan steht, gilt als erbracht. Dokumentiert werden nur Abweichungen. Siehe SIS & Dokumentation.
- Inkontinenz
- Unwillkürlicher Verlust von Urin oder Stuhl. Keine Alterserscheinung, sondern ein behandelbares Symptom. Siehe Inkontinenz.
- Intertrigo
- Wundsein in Hautfalten durch Feuchtigkeit und Reibung. Siehe Prophylaxen.
- Investitionskosten
- Umlage für Gebäude und Instandhaltung einer Pflegeeinrichtung. Trägt der Bewohner selbst.
K nach oben ↑
- Kinästhetik
- Konzept zur Bewegungsunterstützung, das Kraft spart und die Eigenbewegung des Menschen nutzt. Schont den Rücken der Pflegenden.
- Kombinationsleistung
- Anteilige Kombination von Pflegegeld und Sachleistung. Ausrechnen im Leistungsrechner.
- Kontraktur
- Dauerhafte Versteifung eines Gelenks durch Bewegungsmangel oder Schonhaltung.
- Kurzzeitpflege
- Vorübergehende vollstationäre Pflege, bis zu acht Wochen im Jahr. Siehe Kurzzeitpflege.
L nach oben ↑
- Leistungszuschlag
- Zuschuss der Pflegekasse zum pflegebedingten Eigenanteil im Heim, gestaffelt nach Wohndauer: 15, 30, 50 und 75 Prozent.
- Lippenbremse
- Atemtechnik bei Atemnot: langsam gegen den Widerstand leicht geschlossener Lippen ausatmen. Siehe COPD.
M nach oben ↑
- Mangelernährung
- Unzureichende Versorgung mit Energie und vor allem Eiweiß. Häufig auch bei normalem Gewicht. Siehe Mangelernährung.
- Medikationsplan
- Bundeseinheitlicher Plan aller Medikamente. Anspruch ab drei verordneten Dauermedikamenten (§ 31a SGB V).
- Medizinischer Dienst (MD)
- Begutachtet im Auftrag der Pflegekassen den Pflegegrad und prüft die Qualität in Einrichtungen.
- Mikrolagerung
- Kleine Positionsveränderungen zur Druckentlastung – eine schonende Ergänzung, aber kein Ersatz für Positionswechsel bei hohem Dekubitusrisiko.
- Mobile Reha
- Rehabilitation, bei der das Therapeutenteam nach Hause kommt. Besonders geeignet bei Demenz. Siehe Geriatrische Reha.
- Multimorbidität
- Mehrere chronische Erkrankungen gleichzeitig – der Normalfall im hohen Alter.
N nach oben ↑
- NBA
- Neues Begutachtungsassessment – das Verfahren zur Feststellung des Pflegegrades seit 2017. Es fragt nach Selbstständigkeit statt nach Minuten. Siehe Pflegegrad einschätzen.
- Neglect
- Wahrnehmungsstörung nach Schlaganfall, bei der eine Körper- oder Raumhälfte nicht beachtet wird.
- Niedrigflurbett
- Pflegebett, das bis knapp über den Boden abgesenkt werden kann. Wichtigste Alternative zum Bettgitter.
O nach oben ↑
- Obstipation
- Verstopfung. Häufig unter Opioiden, bei Bewegungsmangel und zu geringer Trinkmenge.
- Orthese
- Äußerlich angelegtes Hilfsmittel zur Stabilisierung oder Entlastung eines Körperteils.
P nach oben ↑
- Palliativversorgung
- Behandlung mit dem Ziel der Lebensqualität statt der Heilung. Beginnt nicht erst am Lebensende. Siehe Palliativpflege.
- Parotitis
- Entzündung der Ohrspeicheldrüse, begünstigt durch Mundtrockenheit und fehlendes Kauen.
- PEG
- Perkutane endoskopische Gastrostomie – eine Ernährungssonde durch die Bauchdecke.
- PESR
- Schema zur Beschreibung eines Pflegeproblems: Problem, Ätiologie, Symptom, Ressource. Siehe Pflegeplanung.
- Pflegebegleitung (geplant)
- Nach dem Gesetzentwurf zur Pflegereform ab 2029 eine feste Stelle in jedem Kreis, die Pflegebedürftige und Angehörige fachlich begleitet. Sie soll Aufgaben der heutigen Pflegeberatung und der Beratungsbesuche übernehmen. Noch nicht beschlossen. Siehe Pflegereform.
- Pflegeberatung
- Kostenloser Anspruch nach § 7a SGB XI – auf Wunsch auch als Hausbesuch.
- Pflegegeld
- Geldleistung für die Pflege durch Angehörige oder andere Privatpersonen, ab Pflegegrad 2.
- Pflegegrad
- Einstufung von 1 bis 5, die den Grad der Selbstständigkeit abbildet. Siehe Pflegegrade & Leistungen.
- Pflegehilfsmittel zum Verbrauch
- Handschuhe, Desinfektionsmittel, Betteinlagen und Ähnliches – 42 € monatlich bei häuslicher Pflege. Nach dem Gesetzentwurf zur Pflegereform soll die Pauschale ab 2027 als eigene Leistung entfallen.
- Pflegeprozess
- Sechsstufiger Regelkreis von der Informationssammlung bis zur Evaluation.
- Pflegesachleistung
- Leistung für die Versorgung durch einen zugelassenen Pflegedienst, der direkt mit der Pflegekasse abrechnet.
- Pflegestützpunkt
- Örtliche, kostenlose und anbieterunabhängige Beratungsstelle rund um Pflege.
- Pflegetagebuch
- Aufzeichnung des Hilfebedarfs über ein bis zwei Wochen – das stärkste Argument bei der Begutachtung. Vorlage: Pflegetagebuch.
- Pflegevisite
- Regelmäßige Überprüfung von Pflegequalität und Pflegeplanung im direkten Kontakt mit dem pflegebedürftigen Menschen.
- Polypharmazie
- Dauerhafte Einnahme von fünf oder mehr Medikamenten. Siehe Medikamente im Alter.
- Praxisanleitung
- Begleitung und Anleitung von Auszubildenden in der Praxis durch eine besonders qualifizierte Pflegefachkraft.
- PRISCUS-Liste
- Übersicht von Wirkstoffen, die für ältere Menschen als potenziell ungeeignet gelten.
- Prophylaxe
- Vorbeugende Maßnahme gegen ein erkanntes Risiko. Siehe Prophylaxen.
- Präsenzkraft
- In einer ambulant betreuten Wohngruppe gemeinsam beauftragte Person für die Alltagsorganisation. Voraussetzung für den Wohngruppenzuschlag.
- Pseudodemenz
- Depression, die sich wie eine beginnende Demenz äußert – und behandelbar ist. Siehe Altersdepression.
Q nach oben ↑
- Qualitätsprüfung
- Regelmäßige Prüfung von Pflegeeinrichtungen und Diensten durch den Medizinischen Dienst.
R nach oben ↑
- Rehabilitation
- Maßnahmen zur Wiederherstellung von Selbstständigkeit. Es gilt der Grundsatz „Reha vor Pflege“ (§ 5 SGB XI).
- Ressourcen
- Fähigkeiten, die noch vorhanden sind. In der Pflegeplanung ebenso wichtig wie die Probleme.
- Restharn
- Urin, der nach dem Wasserlassen in der Blase zurückbleibt. Wird per Ultraschall gemessen.
- Rooming-in
- Mitaufnahme einer Begleitperson im Krankenhaus. Bei Demenz eine wirksame Delir-Vorbeugung.
S nach oben ↑
- Sachleistungsbudget (geplant)
- Nach dem Gesetzentwurf zur Pflegereform der Betrag für den Pflegedienst ab 2027: 890, 1.590, 2.090 und 2.530 € monatlich in den Pflegegraden 2 bis 5. Noch nicht beschlossen. Siehe Pflegereform.
- Sarkopenie
- Altersbedingter Abbau von Muskelmasse und Muskelkraft.
- Schonvermögen
- Vermögen, das bei der Prüfung von Sozialleistungen unangetastet bleibt.
- Sensormatte
- Matte vor dem Bett oder unter der Matratze, die das Aufstehen meldet. Alternative zum Bettgitter.
- SIS
- Strukturierte Informationssammlung – Einstieg in die entbürokratisierte Pflegedokumentation. Siehe SIS & Dokumentation.
- Soor
- Pilzbefall der Mundschleimhaut mit weißlichen, abwischbaren Belägen.
- Sozialdienst
- Ansprechpartner im Krankenhaus für Reha, Kurzzeitpflege, Pflegegrad und Anschlussversorgung. Möglichst am ersten Tag kontaktieren.
- Sozialraumbudget (geplant)
- Nach dem Gesetzentwurf zur Pflegereform Ersatz für den Entlastungsbetrag ab 2027: bis 175 € monatlich, unter 25 Jahren bis 300 € – nur ab Pflegegrad 2 und nur für anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag, nicht ansparbar. Noch nicht beschlossen. Siehe Pflegereform.
- Stoma
- Künstlich angelegter Ausgang, etwa für Darm oder Harnableitung.
- Stroke Unit
- Spezialstation für Schlaganfallpatienten mit rund um die Uhr Überwachung.
- Strukturmodell
- Konzept zur Entbürokratisierung der Pflegedokumentation mit SIS, Maßnahmenplan, Berichteblatt und Evaluation.
T nach oben ↑
- Tagespflege
- Teilstationäre Betreuung tagsüber mit eigenem Budget, abends zu Hause. Siehe Tagespflege.
- Teilstationär
- Versorgungsform, bei der nur ein Teil des Tages in einer Einrichtung verbracht wird – Tages- und Nachtpflege.
- Thrombose
- Blutgerinnsel in einer Vene, meist im Bein. Gefahr der Lungenembolie.
- TIA
- Transitorische ischämische Attacke: Schlaganfallzeichen, die von selbst wieder verschwinden. Ein Warnsignal und ein Notfall.
- Trinknahrung
- Hochkalorische Zusatznahrung, ärztlich verordnungsfähig bei Mangelernährung. Als Ergänzung zwischen den Mahlzeiten, nicht als Ersatz.
U nach oben ↑
- Ulcus cruris
- Offenes Bein – chronische Wunde am Unterschenkel, meist durch Venenschwäche.
- Überbrückungsbudget (geplant)
- Nach dem Gesetzentwurf zur Pflegereform ab 2027 bis zu 2.285 € im Jahr für Kurzzeitpflege und – ab 2028 – einen ambulanten Pflege-Notdienst in Akutsituationen. Ersetzt den gemeinsamen Jahresbetrag für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege. Noch nicht beschlossen. Siehe Pflegereform.
- Übergangspflege
- Weiterversorgung im Krankenhaus für bis zu zehn Tage, wenn keine Anschlussversorgung organisiert werden kann (§ 39e SGB V).
V nach oben ↑
- Validation
- Kommunikationsansatz bei Demenz: die Gefühle hinter einer Aussage ernst nehmen, statt Fakten zu korrigieren.
- Verhinderungspflege
- Ersatzpflege, wenn die private Pflegeperson ausfällt – bis zu acht Wochen im Jahr. Siehe Verhinderungspflege. Nach dem Gesetzentwurf zur Pflegereform soll sie ab 2027 als eigene Leistung entfallen (siehe Überbrückungsbudget).
- Vollstationär
- Dauerhafte Versorgung im Pflegeheim rund um die Uhr. Siehe Stationäre Pflege.
- Vorsorgevollmacht
- Bestimmt, wer im Ernstfall für einen handeln darf. Vermeidet in der Regel eine gerichtliche Betreuung. Siehe Rechtliche Vorsorge.
W nach oben ↑
- Wechseldruckmatratze
- Matratze, deren Kammern sich abwechselnd füllen und entleeren – zur Dekubitusvorbeugung bei hohem Risiko.
- Werdenfelser Weg
- Verfahren, bei dem im Gerichtsverfahren zu freiheitsentziehenden Maßnahmen ein pflegefachlich qualifizierter Verfahrenspfleger bestellt wird. Siehe Fixierungsfreie Pflege.
- Wohngruppenzuschlag
- 224 € monatlich für Bewohner einer ambulant betreuten Wohngruppe (§ 38a SGB XI). Siehe Wohnformen im Alter.
- Wohnumfeldverbessernde Maßnahme
- Zuschuss von bis zu 4.180 € je Maßnahme für den barrierefreien Umbau. Siehe Wohnung anpassen.
- Wundmanager
- Pflegefachkraft mit Zusatzqualifikation für die Versorgung chronischer Wunden.
Z nach oben ↑
- Zuzahlung
- Eigenanteil bei Hilfsmitteln, Medikamenten und Fahrten. In der Regel 10 Prozent, mit Ober- und Untergrenzen.
- Zuzahlungsbefreiung
- Befreiung von weiteren Zuzahlungen, sobald die jährliche Belastungsgrenze erreicht ist – 2 Prozent des Bruttoeinkommens, bei chronisch Kranken 1 Prozent.
- Zystitis
- Blasenentzündung. Im Alter oft ohne Brennen, dafür mit plötzlicher Verwirrtheit.
Tobias Hoffmann – examinierter Pfleger, seit über 20 Jahren in der Altenpflege, Praxisanleiter und Qualitätsbeauftragter. Mehr über mich und woher die Inhalte kommen
Stand: Oktober 2026. Die Erklärungen sind bewusst kurz gehalten und ersetzen keine Beratung. Ausführliches steht jeweils auf den verlinkten Seiten.