Pflege – kurz und leicht erklärt

Verständliches Wissen rund um Pflege, Krankheit und Alter

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Vorsorge & Ernährung

Vieles lässt sich vorbeugen – körperlich, geistig und rechtlich. Mit ein paar Gewohnheiten und rechtzeitig geregelten Dokumenten bleibt man länger selbstbestimmt.

Genug trinken

Im Alter lässt das Durstgefühl nach – Flüssigkeitsmangel führt schnell zu Schwindel, Verwirrtheit und Kreislaufproblemen und wird oft mit Demenz verwechselt. Etwa 1,5 Liter am Tag sind ein guter Richtwert (bei Herz- oder Nierenerkrankungen die Trinkmenge mit dem Arzt absprechen).

Ausgewogen essen

Der Energiebedarf sinkt im Alter, der Bedarf an Nährstoffen bleibt aber hoch – jede Mahlzeit sollte deshalb „mehr können“:

In Bewegung bleiben

Bewegung ist das wirksamste „Medikament“ im Alter – sie erhält Muskeln, Gleichgewicht, Herz, Stoffwechsel und Stimmung:

Geistig fit bleiben

Vorsorge beim Arzt nutzen

Früherkennung: Was die Krankenkasse bezahlt

Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt eine Reihe von Früherkennungsuntersuchungen. Viele davon werden im Alter seltener genutzt, obwohl gerade dann die meisten Befunde auftreten. Der Überblick für Erwachsene ab 35:

Früherkennungsuntersuchungen der gesetzlichen Krankenversicherung für Erwachsene, Stand 2026.
Ab wannUntersuchungWie oft
ab 35Gesundheits-Check-up beim Hausarzt, einmalig mit Test auf Hepatitis B und Calle drei Jahre
ab 35Hautkrebs-Screeningalle zwei Jahre
ab 45, MännerProstata- und Genitaluntersuchungjährlich
ab 50Darmkrebs: Stuhltest auf verborgenes Blut – oder Darmspiegelung. Seit 2025 gilt für Frauen und Männer dasselbe AngebotStuhltest alle zwei Jahre; Darmspiegelung zweimal im Abstand von zehn Jahren
50 bis 75, FrauenMammographie-Screening mit schriftlicher Einladungalle zwei Jahre
ab 65, MännerUltraschall der Bauchschlagader (Aneurysma)einmalig

Dazu kommt zweimal im Jahr die Kontrolle beim Zahnarzt. Für die meisten Untersuchungen gibt es keine Altersgrenze nach oben. Ob sie im hohen Alter noch sinnvoll sind, ist eine ärztliche Abwägung: Bei schwerer Krankheit oder begrenzter Lebenserwartung kann weniger Diagnostik die bessere Entscheidung sein. Das darf man offen ansprechen.

Impfungen ab 60

Mit dem Alter lässt die Abwehr nach, und Infekte verlaufen schwerer. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt älteren Menschen deshalb mehrere Impfungen, die Kosten trägt die Krankenkasse:

Standardimpfungen für ältere Erwachsene nach den Empfehlungen der STIKO, Stand September 2026.
ImpfungFür wenWie oft
Grippeab 60, mit einem Hochdosis- oder wirkverstärkten Impfstoffjedes Jahr im Herbst
Pneumokokkenab 60einmalig
Gürtelroseab 60; bei erhöhtem Risiko ab 18zwei Impfungen im Abstand von zwei bis sechs Monaten
RSVab 75; zwischen 60 und 74 bei schweren Grunderkrankungen oder im Pflegeheimeinmalig
COVID-19seit Juli 2026 ab 75; jünger bei Vorerkrankungen und für alle, die in einer Pflegeeinrichtung lebenjedes Jahr im Spätsommer oder Herbst
Tetanus und Diphtheriealle Erwachsenen, einmal davon zusammen mit Keuchhustenalle zehn Jahre auffrischen

Am einfachsten ist es, den Impfpass zum nächsten Hausarzttermin mitzunehmen. Grippe-, COVID-19- und Pneumokokken-Impfung lassen sich am selben Tag geben.

Rechtlich vorsorgen

Zur Vorsorge gehört auch, den eigenen Willen rechtzeitig festzuhalten – solange man es selbst entscheiden kann. Ausführlich erklärt unter Rechtliche Vorsorge:

⚕️ Auch hier gilt: Diese Tipps ersetzen keine individuelle ärztliche Beratung – besonders bei bestehenden Erkrankungen Ernährung, Bewegung und Impfungen mit dem Hausarzt abstimmen.

Quellen

Neben meiner Erfahrung aus über 20 Jahren Altenpflege beruht diese Seite auf den folgenden Fachquellen. Die Links führen zum jeweiligen Original.

  1. Gut essen und trinken – lebensmittelbezogene Ernährungsempfehlungen – Deutsche Gesellschaft für Ernährung, 2024
  2. Wie viel Protein brauchen wir? – Deutsche Gesellschaft für Ernährung – Referenzwerte, ab 65 Jahren 1,0 g je kg Körpergewicht
  3. WHO guidelines on physical activity and sedentary behaviour – Weltgesundheitsorganisation, 2020
  4. Früherkennung: Diese Vorsorgeuntersuchungen stehen Ihnen zu – Verbraucherzentrale
  5. Darmkrebsvorsorge: Gleiches Angebot für Frauen und Männer ab 50 Jahren – Gemeinsamer Bundesausschuss, Beschluss mit Wirkung ab April 2025
  6. § 25 SGB V – Gesundheitsuntersuchungen (Check-up)
  7. Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) 2026 – Robert Koch-Institut, Epidemiologisches Bulletin 4/2026
  8. COVID-19-Impfempfehlung der STIKO – Robert Koch-Institut, Stand 27. Juli 2026 – jährliche Auffrischung ab 75 Jahren und für Risikogruppen
  9. Dementia prevention, intervention, and care: 2024 report of the Lancet standing Commission – Livingston G. et al., The Lancet 2024;404:572–628

Tobias Hoffmann – examinierter Pfleger, seit über 20 Jahren in der Altenpflege, Praxisanleiter und Qualitätsbeauftragter. Mehr über mich und woher die Inhalte kommen

Stand: Oktober 2026. Diese Seite wird wöchentlich auf Änderungen geprüft – so arbeite ich. Angaben zu Geldbeträgen und Rechtsgrundlagen ohne Gewähr – im Zweifel gilt die Auskunft Ihrer Pflegekasse.