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Gürtelrose (Herpes zoster)

Wer als Kind Windpocken hatte, trägt das Virus ein Leben lang in sich. Im Alter kann es wieder aktiv werden – als Gürtelrose. Sie beginnt oft mit brennenden Schmerzen, bevor überhaupt etwas zu sehen ist, und kann noch lange nach dem Abheilen wehtun. Diese Seite erklärt, woran man eine Gürtelrose erkennt, warum schnelles Handeln wichtig ist, wie ansteckend sie ist und für wen die Ständige Impfkommission die Impfung empfiehlt.

Was ist eine Gürtelrose?

Nach einer Windpocken-Erkrankung bleiben die Varizella-Zoster-Viren unbemerkt in den Nervenwurzeln. Wird das Immunsystem schwächer – mit dem Alter, durch Krankheit oder Medikamente –, können sie wieder aktiv werden. Sie wandern entlang eines Nervs zur Haut und lösen dort Schmerzen und einen Ausschlag aus.

Warnzeichen

Bei Menschen mit stark geschwächtem Immunsystem kann sich der Ausschlag über den ganzen Körper ausbreiten.

⚠️ Wann es eilt

Bei Verdacht möglichst schnell zum Arzt – die Medikamente gegen das Virus wirken am besten, wenn sie früh beginnen, möglichst innerhalb von 72 Stunden nach Auftreten des Ausschlags.

Noch am selben Tag, wenn die Gürtelrose im Gesicht auftritt, besonders an Stirn, Nase oder in der Nähe des Auges: Sie kann auf das Auge übergreifen und die Hornhaut entzünden. Ebenso bei geschwächtem Immunsystem, bei Ausschlag an mehreren Stellen, hohem Fieber, Verwirrtheit oder Lähmungen.

Behandlung

Der Ausschlag heilt meist innerhalb von zwei bis vier Wochen ab.

Wenn der Schmerz bleibt: die Post-Zoster-Neuralgie

Etwa 10 bis 20 von 100 Menschen haben noch erhebliche Schmerzen, wenn der Ausschlag längst abgeheilt ist. Fachleute sprechen von einer Post-Zoster-Neuralgie. Das Risiko steigt mit dem Alter. Die Schmerzen können Monate anhalten, den Schlaf stören und die Stimmung drücken.

Ist Gürtelrose ansteckend?

Gürtelrose selbst bekommt man nicht von anderen. Aber die Flüssigkeit in den Bläschen enthält das Virus. Wer noch nie Windpocken hatte und nicht dagegen geimpft ist, kann sich daran anstecken – und bekommt dann Windpocken, keine Gürtelrose.

Die Impfung

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung gegen Gürtelrose mit einem Totimpfstoff:

Bei einer Standard- oder Indikationsimpfung nach STIKO übernehmen die Krankenkassen in der Regel die Kosten – im Zweifel vorher nachfragen. Der Impfpass gehört zu jedem Hausarztbesuch, gerade im Herbst, wenn auch Grippe und andere Impfungen anstehen.

Was Angehörige und Pflegende tun können

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Häufige Fragen

Wie erkenne ich eine Gürtelrose?

Oft beginnt sie mit brennenden oder stechenden Schmerzen auf einer Körperseite, bevor etwas zu sehen ist. Dann folgen Rötung, kleine Knötchen und Bläschen, die streifenförmig auf einer Körperhälfte liegen – am Rumpf oft wie ein halber Gürtel.

Ist Gürtelrose ansteckend?

Gürtelrose selbst nicht. Wer noch nie Windpocken hatte und nicht geimpft ist, kann sich aber an der Flüssigkeit der Bläschen anstecken und bekommt dann Windpocken. Ansteckend ist man ab dem Ausschlag, bis alle Bläschen verkrustet sind – meist 5 bis 7 Tage. Abdecken senkt die Gefahr deutlich.

Wie schnell muss man mit Gürtelrose zum Arzt?

Möglichst schnell: Die Medikamente gegen das Virus wirken am besten, wenn sie innerhalb von 72 Stunden nach Beginn des Ausschlags genommen werden. Bei Gürtelrose im Gesicht noch am selben Tag, weil das Auge betroffen sein kann.

Ab welchem Alter wird die Gürtelrose-Impfung empfohlen?

Die STIKO empfiehlt sie allen ab 60 Jahren. Menschen mit erhöhtem Risiko, etwa mit geschwächtem Immunsystem oder schweren chronischen Erkrankungen, schon ab 18 Jahren. Geimpft wird zweimal mit einem Totimpfstoff, im Abstand von 2 bis 6 Monaten.

Kann man nach einer Gürtelrose geimpft werden?

Ja. Empfohlen wird ein Abstand von 6 bis 12 Monaten, nachdem die Gürtelrose vollständig abgeklungen ist. Eine Gürtelrose kann – selten – auch wiederkommen.

Warum tut es nach der Gürtelrose immer noch weh?

Das Virus kann den Nerv entzünden und schädigen. Etwa 10 bis 20 von 100 Menschen haben noch erhebliche Schmerzen, wenn der Ausschlag abgeheilt ist – eine Post-Zoster-Neuralgie. Sie sollte gezielt mit Medikamenten gegen Nervenschmerzen behandelt werden.

Passend dazu

Die Haut · Schmerz im Alter · Hören & Sehen · Lungenentzündung · Vorsorge

Quellen

Neben meiner Erfahrung aus über 20 Jahren Altenpflege beruht diese Seite auf den folgenden Fachquellen. Die Links führen zum jeweiligen Original.

  1. Schutzimpfung gegen Herpes zoster – Impfempfehlung der STIKO – Robert Koch-Institut, Stand 29.01.2026
  2. Schutzimpfung gegen Herpes zoster – Umsetzung – Robert Koch-Institut
  3. STIKO: Erweiterung der Indikationsimpfempfehlung zur Herpes-zoster-Impfung für Personen ab 18 Jahren mit erhöhtem Risiko – Epidemiologisches Bulletin
  4. RKI-Ratgeber Windpocken und Gürtelrose – Robert Koch-Institut
  5. Gürtelrose – Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

Tobias Hoffmann – examinierter Pfleger, seit über 20 Jahren in der Altenpflege, Praxisanleiter und Qualitätsbeauftragter. Mehr über mich und woher die Inhalte kommen

Stand: Oktober 2026. Diese Seite wird wöchentlich auf Änderungen geprüft – so arbeite ich. Angaben zu Geldbeträgen und Rechtsgrundlagen ohne Gewähr – im Zweifel gilt die Auskunft Ihrer Pflegekasse.