Pflege – kurz und leicht erklärt

Verständliches Wissen rund um Pflege, Krankheit und Alter

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Die Haut

Die Haut ist das größte Organ des Menschen – etwa zwei Quadratmeter groß und bis zu zehn Kilogramm schwer. Im Alter wird sie dünner, trockener und verletzlicher. Für die Pflege ist sie deshalb ein zentrales Thema: Viele Probleme, die später aufwendig behandelt werden müssen, ließen sich mit einfachen Mitteln verhindern. Diese Seite erklärt, wie die Haut arbeitet und was sie im Alter braucht.

Was die Haut tut

Die Haut besteht aus drei Schichten: der Oberhaut mit dem Hornschutz, der Lederhaut mit Gefäßen, Nerven und Bindegewebsfasern, und der Unterhaut mit dem Fettpolster, das dämpft und wärmt.

Oberhaut Hornschutz und Säureschutzmantel im Alter dünner – reißt leichter ein Lederhaut Gefäße, Nerven, Bindegewebe weniger Talg und Schweiß – trocken, juckt Unterhaut Fettpolster, wärmt und dämpft nimmt ab – Druckgeschwüre drohen Deshalb gilt im Alter: weniger waschen, mehr rückfetten.
Alle drei Schichten werden dünner. Am folgenreichsten ist der Verlust des Fettpolsters über Fersen, Steißbein und Hüften.

Was sich im Alter verändert – und was daran normal ist

Nicht normal ist: eine Wunde, die nach zwei Wochen nicht kleiner wird. Eine gerötete Stelle über einem Knochenvorsprung, die nach dem Umlagern nicht verschwindet. Ein Muttermal, das sich in Größe, Farbe oder Rand verändert.

Woran man merkt, dass etwas nicht stimmt

Bei der Haut hat man einen großen Vorteil: Man kann sie ansehen. Bei der täglichen Körperpflege ist ohnehin Gelegenheit dazu – man muss nur wissen, wohin man schaut.

Die Stellen, an denen zuerst etwas passiert

Fersen, Steißbein, Hüften, Ellenbogen, Ohrmuscheln, Schulterblätter – überall dort, wo Knochen dicht unter der Haut liegt. Dazu die Hautfalten: unter der Brust, in den Leisten, am Bauch, zwischen den Zehen.

Worauf man achtet

Bei Diabetes gilt eine eigene Regel: Weil das Gefühl in den Füßen nachlässt, tut eine Druckstelle dort oft nicht weh. Die Füße gehören deshalb täglich angesehen, auch die Sohlen und die Zehenzwischenräume – notfalls mit einem Spiegel oder von jemand anderem.

⚠️ Wann eine Hautstelle nicht bis morgen warten kann

Bei einer Wunde hilft es, sie mit dem Handy zu fotografieren und das Datum dazuzuschreiben. So sieht man beim nächsten Termin, ob sie kleiner wird – und muss sich nicht auf das Gefühl verlassen.

Die häufigsten Hautprobleme im Alter

Trockene Haut und Juckreiz

Das häufigste Hautproblem überhaupt. Kratzen führt zu kleinen Wunden und Infektionen. Wichtig: Hartnäckiger Juckreiz ohne Ausschlag kann auch auf eine Nierenschwäche oder eine Lebererkrankung hinweisen.

Druckgeschwüre (Dekubitus)

Entstehen, wenn dauerhafter Druck die Durchblutung unterbricht – oft schneller, als viele denken. Vollständig unter Dekubitus & Wunden.

Einrisse der Haut

Bei sehr dünner Altershaut genügt manchmal das Streifen an einer Bettkante. Vorbeugen: lange Ärmel, gepolsterte Kanten, vorsichtiges Umsetzen, keine aggressiven Pflaster.

Pilzinfektionen

In Hautfalten, unter der Brust, in Leisten und zwischen den Zehen. Feuchtigkeit und Wärme begünstigen sie – gründliches Abtrocknen ist die beste Vorbeugung.

Gürtelrose

Eine Reaktivierung der Windpockenviren, deren Risiko mit dem Alter steigt. Typisch sind brennende Schmerzen und Bläschen in einem gürtelförmigen Streifen. Gefürchtet sind die anhaltenden Nervenschmerzen danach. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Impfung als Standard ab 60 Jahren, bei erhöhtem Risiko schon ab 18. Mehr unter Gürtelrose.

Hautkrebs

Nimmt im Alter deutlich zu, besonders an Gesicht, Ohren, Kopfhaut und Handrücken – den Stellen mit lebenslanger Sonnenbelastung. Gesetzlich Versicherte ab 35 haben alle zwei Jahre Anspruch auf ein Hautkrebs-Screening.

Offene Beine

Schlecht heilende Wunden am Unterschenkel, meist durch eine Venenschwäche, seltener durch Durchblutungsstörungen der Arterien. Die Unterscheidung ist entscheidend, weil ein Kompressionsverband im zweiten Fall schaden kann.

Was der Haut guttut

Was Angehörige und Pflegende tun können

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Dekubitus & Wunden · Inkontinenz · Prophylaxen · Typ-2-Diabetes · Hilfsmittel · Alle Organe im Überblick

⚕️ Diese Erklärungen ersetzen keinen Arztbesuch. Wunden, die nicht heilen, sowie Muttermale, die sich verändern, gehören ärztlich beurteilt.

Quellen

Neben meiner Erfahrung aus über 20 Jahren Altenpflege beruht diese Seite auf den folgenden Fachquellen. Die Links führen zum jeweiligen Original.

  1. Wie funktioniert die Haut? – gesundheitsinformation.de (IQWiG)
  2. Was passiert beim Altern? – gesundheitsinformation.de (IQWiG)
  3. Expertenstandard Erhaltung und Förderung der Hautintegrität in der Pflege – DNQP, 2024
  4. Expertenstandard Dekubitusprophylaxe in der Pflege – DNQP, 2. Aktualisierung 2017
  5. Expertenstandard Pflege von Menschen mit chronischen Wunden – DNQP, 2. Aktualisierung 2025

Tobias Hoffmann – examinierter Pfleger, seit über 20 Jahren in der Altenpflege, Praxisanleiter und Qualitätsbeauftragter. Mehr über mich und woher die Inhalte kommen

Stand: Oktober 2026. Diese Seite wird wöchentlich auf Änderungen geprüft – so arbeite ich. Angaben ohne Gewähr – im Zweifel gilt die Auskunft Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes.