Pflege – kurz und leicht erklärt

Verständliches Wissen rund um Pflege, Krankheit und Alter

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Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache in Deutschland – und im Alter kaum jemand ganz verschont. Die gute Nachricht: Kaum ein anderer Bereich lässt sich so wirksam beeinflussen. Diese Seite erklärt die vier wichtigsten Krankheitsbilder, ihre Warnzeichen und was im Alltag wirklich hilft. Wie das Herz arbeitet und was sich im Alter normalerweise verändert, steht unter Das Herz.

⚠️ Notfall erkennen – bei diesen Zeichen sofort die 112 wählen:

Wichtig: Bei Frauen und bei älteren Menschen verläuft ein Herzinfarkt oft untypisch – ohne die klassischen Brustschmerzen, dafür mit Atemnot, Übelkeit, Schwäche oder Oberbauchbeschwerden. Auch Menschen mit Diabetes spüren wegen geschädigter Nerven oft weniger Schmerz. Im Zweifel immer den Notruf wählen – lieber einmal zu viel.

Bluthochdruck (Hypertonie)

Der häufigste Risikofaktor überhaupt – und der tückischste, weil er nicht weh tut. Etwa jeder zweite Mensch über 60 ist betroffen, viele wissen es nicht. Dauerhaft erhöhter Druck schädigt über Jahre die Gefäße und belastet Herz, Gehirn, Nieren und Augen.

Ab wann ist der Blutdruck zu hoch?

Als Bluthochdruck gilt ein Wert ab 140/90 mmHg, gemessen in Ruhe und an mehreren Tagen. Der optimale Zielwert wird individuell festgelegt – bei sehr alten oder gebrechlichen Menschen wird bewusst weniger streng eingestellt, weil ein zu niedriger Druck Schwindel und Stürze begünstigt. Das ist kein Nachlassen der Behandlung, sondern gute Medizin.

Warnzeichen

Meist keine – das ist das Problem. Möglich sind Kopfschmerzen (besonders morgens), Schwindel, Nasenbluten, Ohrensausen, Nervosität. Die Diagnose stellt fast immer das Messgerät, nicht das Gefühl.

Was hilft

Herzschwäche (Herzinsuffizienz)

Das Herz schafft es nicht mehr, genug Blut durch den Körper zu pumpen. Ursache sind meist jahrelanger Bluthochdruck, ein überstandener Herzinfarkt, Herzklappenfehler oder Rhythmusstörungen. Herzschwäche ist einer der häufigsten Gründe für Krankenhausaufenthalte im Alter – und viele davon wären vermeidbar. Ausführlich mit Behandlung und Pflege: Herzschwäche.

Warnzeichen

Der wichtigste Tipp: tägliches Wiegen

Jeden Morgen nach dem Toilettengang, vor dem Frühstück, in gleicher Kleidung, auf derselben Waage – und notieren. Eine Zunahme von mehr als 1 kg an einem Tag oder mehr als 2 kg in drei Tagen ist ein Alarmsignal: Der Körper lagert Wasser ein, die Herzschwäche verschlechtert sich. Wer das früh bemerkt und den Arzt informiert, verhindert oft einen Krankenhausaufenthalt. Diese eine Gewohnheit ist wirksamer als vieles andere.

Tägliches Wiegen – ein Beispiel 72 kg 73 kg 74 kg Mo Di Mi Do Fr Sa So + 2,2 kg in 3 Tagen Alarmsignal – Arzt informieren bei mehr als 1 kg an einem Tag mehr als 2 kg in drei Tagen So wiegen: morgens nach dem Toilettengang, vor dem Frühstück, gleiche Kleidung, gleiche Waage – und notieren
Erfundene Beispielwerte. So schnell nimmt man kein Fett zu – das ist eingelagertes Wasser.

Was sonst hilft

Vorhofflimmern

Die häufigste Herzrhythmusstörung im Alter. Die Vorhöfe schlagen nicht mehr geordnet, sondern zittern unkoordiniert. Das ist an sich nicht lebensbedrohlich – aber im Vorhof kann sich Blut stauen und gerinnen. Wird ein solches Gerinnsel fortgeschwemmt, droht ein Schlaganfall. Vorhofflimmern ist eine der wichtigsten Ursachen für Schlaganfälle durch ein Blutgerinnsel. Ausführlich: Vorhofflimmern.

Warnzeichen

Ein einfacher Selbsttest: den Puls am Handgelenk eine Minute lang tasten. Ist er unregelmäßig, gehört das abgeklärt. Viele Blutdruckmessgeräte zeigen Rhythmusstörungen automatisch an.

Behandlung

Zwei Ziele stehen im Vordergrund: den Schlaganfall verhindern und den Rhythmus beziehungsweise die Frequenz kontrollieren.

Durchblutungsstörungen (Arteriosklerose, KHK, pAVK)

Über Jahre lagern sich Fett und Kalk in den Gefäßwänden ab, die Arterien werden enger und starrer. Je nachdem, wo das passiert, entstehen unterschiedliche Krankheitsbilder.

Am Herzen: die koronare Herzkrankheit (KHK)

Verengte Herzkranzgefäße führen zu Sauerstoffmangel im Herzmuskel. Typisch ist die Angina pectoris: Druck oder Enge hinter dem Brustbein bei Anstrengung, Kälte oder Aufregung, die in Ruhe wieder nachlässt. Verschließt sich ein Gefäß vollständig, kommt es zum Herzinfarkt.

An den Beinen: die pAVK („Schaufensterkrankheit“)

Schmerzen in Waden oder Oberschenkeln beim Gehen, die zum Stehenbleiben zwingen und in Ruhe nachlassen. Der Name kommt daher, dass Betroffene die Pausen gern vor Schaufenstern einlegen. Weitere Zeichen: kalte, blasse Füße, fehlende Behaarung, brüchige Nägel, schlecht heilende Wunden. Die pAVK ist ein Warnsignal – wer sie hat, hat meist auch anderswo verengte Gefäße.

Was hilft

Wie wird untersucht?

Wie wird behandelt?

Die Behandlung steht auf zwei Beinen: Medikamente und Lebensstil. Beides zusammen wirkt deutlich besser als jedes für sich – und in kaum einem anderen Bereich der Medizin lässt sich mit dem eigenen Verhalten so viel bewirken.

Die wichtigsten Medikamentengruppen

Fast jeder Herzpatient nimmt mehrere Mittel. Das wirkt viel, hat aber System – jede Gruppe hat eine andere Aufgabe:

Wichtig im Umgang mit diesen Medikamenten

Eingriffe und Operationen

Was die Medikamente nicht leisten können

Kein Mittel ersetzt das, was man selbst tut. Rauchstopp, Bewegung, Gewicht, salzarme Ernährung und behandelter Blutzucker wirken bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen so stark wie kaum eine Tablette. Besonders eindrücklich: Nach einem Rauchstopp sinkt das Herzinfarktrisiko schon innerhalb des ersten Jahres deutlich – unabhängig davon, wie lange jemand vorher geraucht hat.

Herzsportgruppen und Reha sind ausdrücklich empfohlen und werden von den Kassen bezahlt. Dort wird unter Aufsicht trainiert – das nimmt vielen die Angst vor Belastung, die nach einem Infarkt völlig normal ist.

Was Angehörige und Pflegende tun können

📺 Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Was im Alter mit Herz und Kreislauf passiert.

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Passend dazu

Das Herz · Weitere Krankheiten im Alter · Vorsorge & Ernährung · Pflege zu Hause · Pflegegrade & Leistungen

⚕️ Diese Erklärungen ersetzen keinen Arztbesuch. Medikamente niemals eigenmächtig absetzen oder in der Dosis verändern. Bei Verdacht auf Herzinfarkt oder Schlaganfall sofort die 112 wählen.

Quellen

Neben meiner Erfahrung aus über 20 Jahren Altenpflege beruht diese Seite auf den folgenden Fachquellen. Die Links führen zum jeweiligen Original.

  1. Nationale VersorgungsLeitlinie Hypertonie – Bundesärztekammer, KBV und AWMF, Version 1.0, 2023
  2. Nationale VersorgungsLeitlinie Chronische Herzinsuffizienz – Bundesärztekammer, KBV und AWMF, Version 4 (2023)
  3. 2024 ESC Guidelines for the management of atrial fibrillation – European Society of Cardiology, European Heart Journal 2024;45:3314–3414
  4. Nationale VersorgungsLeitlinie Chronische KHK – Bundesärztekammer, KBV und AWMF, Version 7, 2024
  5. S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit – Deutsche Gesellschaft für Angiologie u. a., AWMF-Register 065-003, 2024

Tobias Hoffmann – examinierter Pfleger, seit über 20 Jahren in der Altenpflege, Praxisanleiter und Qualitätsbeauftragter. Mehr über mich und woher die Inhalte kommen

Stand: Oktober 2026. Diese Seite wird wöchentlich auf Änderungen geprüft – so arbeite ich. Angaben zu Geldbeträgen und Rechtsgrundlagen ohne Gewähr – im Zweifel gilt die Auskunft Ihrer Pflegekasse.